Highway to the sky (klick auf Foto)
Wir wollten dieses Wochenende ohne etwas zu planen durch Alberta, Kanada fahren. Ohne wirklich zu wissen, was wir eigentlich anschauen wollten und wo wir schlafen würden gings von Calgary aus am Samstag Morgen nach Norden. Wie sich aber später herausstellte, hätte dies schier zu einem Debakel geführt.
Wir entschieden uns schnell, dass der erste Stop Drumheller
(ca. 141 Km von Calgary) sein sollte. In Drumheller steht der Weltgrösste Dinosauerier und man kann hier über 30 lebensgrosse Dinosauriermodelle und Skelette bestaunen. Wir entschienden uns nur den den grossen Dino und das Städten zu besichtigen. Das Städtchen sah so aus wie in den alte Filmen. Anschliessend gings ins Boston Pizza fürs z'Mittag.
Danach gings dann langsam aber sicher ab in die einsame und unendlichweite Prärielandschaft von Alberta. Der Benzintank war noch halb gefüllt, so konnten wir ohne Probleme durchfahren zur nächsten Tankstelle, dachten wir...
Unterwegs besichtigten wir noch die "Hoo-doos" und ein Kohlenbergwerk. Nachdem gings dann auf dem Highway 570 richting Highway 36 der nach Brooks führte und von dort sollte es eigentlich dann richtung Medicine Hat, wo wir übernachten wollten. Klingt alles relativ einfach, sofern man genug Benzin hätte... oooops! SHIT!!!
Kurz vor dem Highway 36 (ca. 3 Kilometer von der Kreuzung entfernt und ca. 90 Kilometer von Drumheller und somit der nächsten Tankstelle entfernt) fängt der verdammte Benzinanzeiger zu blinken an. Schnell wurden alle drei Karten die wir dabei hatten hervorgeholt um nach einer grösseren Ortschaft zu suchen, die evtl. eine Tankstelle besitzt. Zurück war unmöglich, denn Normal ist, dass man mit einem blinkenden Benzinanzeiger noch ca. 50-70 Kilometer fahren kann. Melanie meinte sogar, bei Ihrem schweizer Auto sind es nur noch ca. 30 Kilometer. Somit waren unsere Kilometer gezählt und eine wirklich grosse Ortschaft war nicht in der Nähe. Wir entschieden uns die nächste kleinere Ortschaft (ca. 13 Kilometer entfernt) anzufahren, was sich aber als Fehler herausstellte, da es sich nur um eine verdammte Farm handelt.
Mitten im Nichts
Somit sind wir bereits ca. 20 Kilometer mit der blinkenden Tankanzeige gefahren. Was sollten wir nun machen, im Nichts, umgeben von Maisfeldern und Steppe? Zurück zur Kreuzung dachten wir sei unmöglich. Und auf dem Weg zu dieser "Ortschaft" sahen wir nur gerade ein Auto. Wir waren in der Sch*****.
Nach ca. 10 Minuten kam dann endlich wieder mal ein Auto vorbei. Wir hielten ihn an und fragten nach der nächsten Tankstelle. Diese sei aber ca. 40 Kilometer entfernt, sagte Darrell uns. Er sah uns unsere Verzweiflung an. 40 Kilometer zur nächsten Tankstelle + die 20 Kilometer, die wir bereits gemacht hatten, ergaben
ca. 60 Kilometer und dies mit einer blinkenden Tankanzeige, IMPOSSIBLE! Und obwohl Darrell in eine andere Richtung musste, bot er uns an uns zur nächsten Tankstelle zu führen und sobald unser Auto stehen bleiben würde, einen von uns zur Tankstelle und zurück zu fahren.
Der Weg zur Tankstelle kam uns endlos vor. Keine Ahnung wieso, aber auf einmal sahen wir von weitem unser rettendes Ziel, eine SHELL-Tankstelle. Ich war glaub ich noch nie so froh eine SHELL-Tankstelle zu sehen. Und wir jubelten und feierten als würde die Schweiz Europameister werden.
Der Tank war wohl leer, als wir an der Tankstelle ankamen!
Damit Darrell aber nicht vergebens diesen Umweg machte, luden wir Ihn zu einem Bier und Burger ein. Nach einer Stunde plaudern mit diesem kanadischen Farmer verliesen wir die Raststädte (die übrigens nur ein paar Kilometer von Hanna, dem Heimatort von Nickelback) liegt.
Als wir dann um ca. 9:00pm, mit ca. 3 Stunden Verspätung in Medicine Hat (ca. 250 Kilometer von der Shell-Tankstelle) ankamen, wollten wir à la "Old-American-Movie-Style" ein Motel suchen. In den Filmen sieht das immer so einfach aus, aber wir suchten sicherlich 40 Minuten lang, bis wir ein Hotel gefunden haben. Für 30 Dollar pro Person konnten wir dort die Nacht verbringen und uns von den ca. 500 Kilometern Autofahrt mit unvergässlichen (Schreck)momenten erholen.
Am nächsten Morgen um 9:00 Uhr gings dann bereits weiter, in den 30 Kilometer entfernten Cypress Hills Park. Dort machten wir eine Round-Tour mit dem Auto und anschliessend gings dann auf dem Highway 3 Richtung Lethbridge (ca. 170 Kilometer von Medicine Hat).
Nach unzählingen kleinen Dörfchen, hunderten von Korn- oder Maisfeldern und kleinen Friedhöfchen, kamen wir dann in Lethbridge an. Dort besichtigten wir das rekonstruierte Fort "Whoop Up".
Anschliessend gings dann noch in den "Mc D" und danach fuhren wir die ca. 250 Kilometer von Lethbridge nach Calgary zurück. Unterwegs hielten wir natürlich immer wieder an um die einzigartige und unendlichscheinende Prärielandschaft zu Fotografieren. Und natürlich hatten wir diesesmal genug Benzin getankt... ;)
Fazit von diesem Weekend:
Es war bis jetzt das beste Wochenende in Kanada. Banff und Lake Louis waren gut, aber es sind halt "Null Acht Fünfzehn" und vorallem Touristenorte. Dieses Weekend war wirklich mal was eher ungwöhnliches, was man nicht alle Tage erlebt. In 2 Tagen,
1'000 Kilometer durch die kanadische Prärielandschaft zu fahren und Dinge zu sehen, die kein Reisebüro einem anbietet.
Nächstest Wochenende bin ich in Vancouver und werde dort sicherlich erneut ganz spezielle Momente und Erlebnisse haben. Dort werde ich dann einen Koreanischen Mitstudenten treffen, der für
3 Wochen in Vancouver ist.
Fotos von diesem Weekend sind in meinem Fotoalbum.